BVEG-Stellungnahme: CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS – Carbon Capture and Storage) - Öffentliches Fachgespräch - BVEG
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Stellungnahme | 18. März 2026

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BVEG-Stellungnahme: CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS – Carbon Capture and Storage) – Öffentliches Fachgespräch

Der BVEG bedankt sich für die Möglichkeit, im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs zum Thema „CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS – Carbon Capture and Storage)” Stellung nehmen zu können.

Wir begrüßen es sehr, dass mit dem Kohlendioxid-Speicherungs- und Transportgesetz (KSpTG), der Umsetzung des London-Protokolls sowie dem Hohe-See-Einbringungsgesetz (HSEG) wesentliche gesetzliche Grundlagen jetzt in Kraft getreten sind – auch wenn manche Elemente aus unserer Sicht kritisch zu sehen sind oder zu kurz greifen. Damit ist klar: Die Frage nach dem „Ob“ von CCS ist geklärt, es geht nun um das „Wie“ und die konkrete Umsetzung. CCS ist Erreichung der CO2-Neutralität, zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Gewinnung neuer Wertschöpfung in Deutschland (Speicher, Transport, Export-Hubs) essenziell.

Jetzt geht es darum, ins Handeln zu kommen, um im Interesse der CO₂-emittierenden Industrie wie auch des Klimaschutzes kosteneffiziente Lösungen für die Dekarbonisierung mit CCS bereitzustellen.

Wir möchten noch einmal daran erinnern, dass CCS nach ganz herrschender Meinung schlicht notwendig ist, um die Klimaschutzziele auf deutscher und europäischer Ebene zu erreichen – auch mit Blick auf die durch die CCS-Technologie ermöglichten Negativemissionen.

Nach wie vor wird oft verkannt, was diese Aussage angesichts der Vorlaufzeiten von mindestens zehn Jahren für CCS-Projekte bedeutet. Übersetzt heißt dies: CCS muss neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz rasch und im großen Maßstab vorankommen – die zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendige Größenordnung für den CCS-Hochlauf ergibt sich aus aktuellen Studien.“ Der Hinweis auf den Vorrang erneuerbarer Energien oder von Energieeffizienz ist oftmals Ausdruck einer dahinterstehenden Überzeugung, die sich eher aus ideologischen Überzeugungen und Vorfestlegungen speist als an den klimapolitischen Notwendigkeiten orientiert. Mit dieser Strategie werden die Klimaschutzziele jedoch nicht erreicht. Vielmehr müssen alle notwendigen Maßnahmen jetzt gleichzeitig angegangen werden.

Grundsätzlich ist es richtig, auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu setzen, wenn sich diese als wirtschaftlichere Klimaschutzinstrumente erweisen und konkret sowie in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Im Interesse eines starken Wirtschaftsstandorts ist es jedoch nicht richtig, die Industrie auf Lösungen zu verweisen, die im Einzelfall nur „theoretisch“ existieren oder mit sehr hohen CO₂-Vermeidungskosten verbunden sind.

Wir weisen nachdrücklich darauf hin, dass

  • jetzt ambitioniert und strategisch die seit langem überfällige Carbon-Management Strategie (CMS) formuliert werden muss, deren übergeordneter Leitgedanke die Ermöglichung eines raschen CCS-Hochlaufs unter Einhaltung von Kosteneffizienz sein muss.

Aus dem „Oberziel“ Kosteneffizienz bei der Implementierung von CCS leiten wir ab, dass

  • der Anwendungsbereich von CCS nicht künstlich verengt werden sollte, insbesondere da der „Cluster-Gedanke“ ein erhebliches Kostensenkungspotenzial birgt.
  • Onshore-CCS sollte viel stärker als wichtiges „Kostensenkungselement“ berücksichtigt und vorbereitet werden.
  • Finanzierungsinstrumente, Garantien, Bürgschaften oder weitere staatliche Unterstützungs- und Koordinierungsleistungen zur Risikominimierung in der Hochlaufphase sind notwendig, jedoch immer im Zusammenhang mit dem Ziel der Kosteneffizienz zu denken, wenn der Erhalt einer wettbewerbsfähigen Industrie und die Einhaltung der Klimaziele angestrebt werden.

Nicht zuletzt möchten wir noch einmal auf die zahlreichen gesetzlichen Regelungen und betrieblichen Maßnahmen der Unternehmen hinweisen, die einen sicheren Speicherbetrieb gewährleisten.

Zur vollständigen BVEG-Stellungnahme: 

 

Kontakt:

Ludger Radermacher

Leiter Politik, Recht & Märkte
Schiffgraben 47
30175 Hannover
T +49 511 12172-23


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