Stellungnahme 02.12.2025

BVEG-Stellungnahme: Öffentliche Anhörung im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

PDF

Gesetzesentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Einschränkung der Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen in den geschützten Meeresschutzgebieten im Bereich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandssockels (BT-Drucksachen 21/ 1860 und 21/2457)

Positionen & Stellungnahmen

Der BVEG bedankt sich für die Möglichkeit, zum Entwurf des „Gesetzes zur Einschränkung der Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen in den geschützten Meeresgebieten im Bereich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandssockels“ Stellung zu nehmen.

Die deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten unterstützen den besonderen Schutz der vom BNatSchG erfassten Rechtsgüter. Das mit dem Entwurf vorgesehene Verbot der Aufsuchung und Gewinnung von Kohlenwasserstoffen halten wir jedoch für überzogen, rechtlich fragwürdig und für die Erreichung der Schutzzwecke des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) nicht erforderlich.

Nachfolgend legen wir dar, dass

  • der Energieträger Erdgas nach wie vor ein essenzieller Bestandteil des deutschen Energieträgermixes und von hoher Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ist – auch mit Blick auf die Strompreise (unter A.),
  • die Förderung von Erdgas in Deutschland und Europa gerade in der aktuellen geopolitischen Situation sowohl aus Gründen der Resilienz / Versorgungssicherheit wie auch des Klimaschutzes von besonderer Bedeutung ist – und dieses Faktum breite politische Anerkennung findet (unter B.),
  • der aktuelle Schutzrahmen mit Blick auf eine sichere und umweltschonende Förderung in Deutschland auch und gerade mit Blick auf den Schutz von Meeresschutzgebieten lückenlos ausgestaltet ist, risikominimierend wirkt und auch praktisch umgesetzt wird (unter C.),
  • mit Blick auf eine mögliche Gefährdung der Erhaltungsziele oder der für den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteile von Meeresschutzgebieten bereits durch die bestehenden naturschutzrechtlichen Regelungen (§§ 57 Abs. 3 Nr. 5 i.V.m. 34 BNatSchG) eine Einzelfallprüfung und Abwägung angelegt ist, die als besondere Ausprägung des verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsprinzips zu werten ist; ein darüber hinausgehendes repressives Verbot greift in den grundrechtlich geschützten Rechtsrahmen (Art. 12, Art. 14 GG) von Öl- und Gasförderunternehmen ein (unter D.),
  • ein repressives Verbot der Aufsuchung von Rohstoffen und insbesondere von Gas- und Öl auch unter dem Gesichtspunkt der notwendigen Gleichbehandlung mit anderen Aktivitäten nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 GG) vereinbar wäre (unter E.).

Aus diesen Erwägungen leiten wir die Empfehlung ab, von diesem Gesetzgebungsverfahren Abstand zu nehmen.

 

Zur vollständigen BVEG-Stellungnahme: 

 

 

Weitere Artikel zu diesem Thema

Positionen & Stellungnahmen

BVEG-Stellungnahme zur Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen die Betriebsplangenehmigung und die Erdölproduktion auf Mittelplate

Als Bundesverband Erdöl, Erdgas und Geoenergie e.V. (BVEG) möchten wir mit dieser Stellungnahme auf einige grundlegende Punkte zur Bedeutung der Öl- und Gasförderung in Deutschland hinweisen. Zudem betonen wir die herausgehobene Relevanz der Ölförderung auf Mittelplate und die aus unserer Sicht entstehenden Folgen einer temporären Stilllegung der Bohr- und Förderinsel. Aus Verbandssicht ist es unverständlich, dass das elementare Interesse an der Ölförderung auf Mittelplate im anhängigen Eilverfahren offenbar gar nicht in die Interessenabwägung einbezogen wurde.

Mehr erfahren
Positionen & Stellungnahmen

BVEG-Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 27. August 2025 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung des Königreichs der Niederlande über die Erschließung von grenzüberschreitenden Kohlenwasserstofflagerstätten in der Nordsee

Der BVEG bedankt sich für die Möglichkeit, zum Gesetzesentwurf zum Abkommen vom 27. August 2025 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Niederlande über die Erschließung von grenzüberschreitenden Kohlenwasserstofflagerstätten in der Nordsee Stellung nehmen zu können.

Mehr erfahren