Risiken durch die Erdgasförderung in Deutschland? - BVEG
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Bürger fragen uns… | zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2022

#Erdgasförderung#Klimaschutz#Luftmonitoring#Umwelt#Wasserschutz#Seismizität

Risiken durch die Erdgasförderung in Deutschland?

Als Förderindustrie leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Energie, indem wir Erdgas in Deutschland suchen und fördern. Zum verantwortungsvollen Arbeiten gehört auch die Auseinandersetzung mit den Risiken der Erdgasförderung. Beeinträchtigen die Förderaktivitäten unsere Gesundheit? Welchen Einfluss haben Bohrungen auf die Umwelt? Diesen und anderen Fragen möchten wir hier nachgehen.

Ist Erdgas gefährlich?

Erdgas ist ein natürlich entstandenes Gasgemisch und leistet als energiereicher Brennstoff und vielseitiger Rohstoff wertvolle Dienste. Im Gegensatz zum früher verbreiteten Stadtgas mit seinem Kohlenmonoxid-Anteil ist Erdgas ungiftig. Entzündlich ist es nur in einer bestimmten Zusammensetzung mit Luft und bei einer Temperatur von rund 650 Grad Celsius. Leichter als Luft verflüchtigt es sich rasch. Unbearbeitetes Erdgas ist geruchslos. Da ein Grundrisiko (Entzündbarkeit, Explosivität) besteht, wird ihm ein unangenehmer Duft- bzw. Warnstoff beigemischt, um bei ungewolltem Austritt möglichst schnell reagieren zu können. Bei unsachgemäßem Gebrauch von Erdgas können sich aufgrund der Explosivität Unfälle ereignen.

Verunreinigt Erdgas unsere Luft?

Saubere, gesunde Luft ist ein hohes Gut. Die Luftreinhaltung in der Umgebung von Erdgasförderanlagen ist von zentraler Bedeutung. Da bei der Erdgasförderung chemische Stoffe (z.B. aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol, Toluol) in die Luft gelangen können, gilt es, Emissionen zu vermeiden. Dass das gelingt, zeigt eine Langzeit-Luftmessung in Niedersachsen, bei der ein unabhängiges Ingenieurbüro an 70 Messpunkten in der Nähe von Erdgasförderplätzen mögliche Luftimmissionen erfasst hat.

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Langzeit-Luftmessungen im Umfeld von Erdgasförderanlagen abgeschlossen

Ein Jahr lang liefen die landesweiten Messungen der Umgebungsluft in Niedersachsen, mit denen die Erdgasindustrie mögliche Immissionen aromatischer Kohlenwasserstoffe in der Nähe ihrer Förderplätze erfassen ließ. Bei dieser Untersuchung wurden kein Einfluss auf die Umgebungsluft festgestellt.

Beeinflusst Erdgas unser Klima?

Verglichen mit allen anderen fossilen Energieträgern ist Erdgas der sauberste Brennstoff. Erdgas weist die beste CO2-Bilanz und auch deutlich geringere Feinstaub-Emissionen auf. Im direkten Vergleich setzt Erdgas beim Verbrennen bis zu 35 Prozent weniger Treibhausgase frei als Kohle, bei der Stromerzeugung aus Erdgas liegen die Treibhausgas-Emissionen sogar 60 Prozent niedriger. So hilft Erdgas, die Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren, die Energiewende zu realisieren und die gesetzten Klimaschutz-Ziele zu erreichen. Auch die Senkung von Methanemissionen ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung von Techniken, Verfahren und Prozessen, wie beispielsweise eine verbesserte Gasrückführ- und Restgasverwertung, konnte die Förderindustrie die Freisetzung von Methan stark reduzieren und hat den Anspruch, diese Emissionen weiter zu verringern.

Schädigt die Erdgasförderung unsere Umwelt?

Um Risiken für Umwelt und Natur auszuschließen, müssen sämtliche Aktivitäten von der Suche nach Erdgasvorkommen bis zum Bau von Betriebsplätzen und die Bohrmaßnahmen beantragt, überprüft und behördlich genehmigt werden. Je nach Vorhaben werden Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt. Die Behörden sind in alle Schritte eingebunden. Wenn eine Lagerstätte nach Jahrzehnten ausgefördert ist, wird der Standort komplett zurückgebaut und renaturiert. So werden ehemalige Förderplätze wieder ein Teil der Natur oder neu nutzbar – z.B. als Obstwiese oder Ackerfläche.

Ist Erdgasförderung für unser Trinkwasser gefährlich?

Der Schutz des Wassers ist bei der Förderung von Erdgas oberstes Gebot. In Deutschland muss der Bohrplatz komplett versiegelt sein und eine umlaufende Rinne aufweisen. Sämtliche Flüssigkeiten rund um die Bohrung – selbst Niederschläge – werden so aufgefangen und können nicht in den Boden gelangen. Für die Bohrung wird ein Standrohr aus massivem Stahl in den Boden eingebracht. Dieses trennt die trinkwasserführenden Schichten von der Bohrstelle ab und verhindert in aller Regel Verunreinigungen von Boden oder Trinkwasser.

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Vereinbarung zur Erdöl- und Erdgasförderung in Wasserschutzgebieten

Landesregierung, Förderindustrie, Wasserverbände und Sozialpartner stellen wegweisende Vereinbarung über neue Bedingungen für eine umweltverträgliche Erdgas- und Erdölförderung in Wasserschutzgebieten vor.

Besteht ein Krebs-Risiko durch die Erdgasförderung?

Vor einigen Jahren kam im Landkreis Rotenburg der Verdacht auf, dass ein Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Wohnortnähe der Erkrankten zu Erdöl- und Erdgasförderanlagen oder Bohrschlammgruben bestehen könnte. Mehrere vom Land Niedersachsen in Auftrag gegebene Studien zeigen jedoch: Wir kennen die Ursache der statistisch vermehrt auftretenden Krebsfälle nicht. Es können keine Aussagen zu Ursachen oder auslösenden Faktoren der Krebsfälle getroffen werden, besagt sowohl die „Human-Biomonitoring-Studie“ als auch die landesweite epidemiologische „Abstandsstudie“.

 Ist Fracking umweltschädlich?

Fracking kam in Deutschland seit den 1960er Jahren zum Einsatz, um Erdgas aus sehr dichten Sandstein-Lagerstätten zu fördern. Hunderte von Fracking-Maßnahmen sind hier durchgeführt worden, ohne dass Mensch oder Umwelt beeinträchtigt worden sind. Kritiker befürchten eine Gefahr für die Umwelt durch die chemischen Zusatzstoffe, die beim Fracking verwendet werden. Doch sorgen Barrieren dafür, dass die Fracking-Flüssigkeit nur dorthin gelangt, wo sie gebraucht wird: mehrere Tausend Meter in der Tiefe. Geologisch und physikalisch ist es nicht möglich, dass die Flüssigkeit durch die vielen Gesteinsschichten wieder nach oben gelangt und das Trinkwasser verunreinigen könnte.

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Fracking in Deutschland

Fracking ist ein technisches Verfahren zur Erdgasgewinnung, mit dem sich – im Vergleich zu herkömmlicher Erdgasförderung – immense Mengen an zusätzlicher Primärenergie bereitstellen ließen. Gemessen an bereits bekannten Erdgasvorkommen könnten energieabhängige Länder wie Deutschland ihre Importe erheblich reduzieren und tun auch etwas für den Klimaschutz: LNG-Importe haben einen rund 20% größeren CO2-Fußabdruck.

 Können Erdgasbohrungen Erdbeben auslösen?

Die Förderung von Erdgas wird in einigen Fällen in den Zusammenhang mit Erdbeben gebracht. Es ist möglich, dass die Erdgasförderung die Spannungsverhältnisse im Untergrund verändert, genau wie beim Mineral- oder Kohlebergbau oder der Errichtung von Tunneln. Diese Veränderung kann – je nach gegebener Vorspannung – schwache Erdbeben auslösen, die jedoch nur sehr selten spürbar sind. Die meisten Erdbeben in Deutschland liegen unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle; sie werden nur von speziellen Seismometern erfasst.

Sind Erdgas-Importe ein Risiko?

Deutschland muss mehr als 90 Prozent seines Erdgasbedarfs importieren. Damit entsteht eine gewisse Abhängigkeit, auch von politisch schwierigen Partnern. Für eine sichere Versorgung ist es sinnvoll, auf vielfältige Quellen und auch auf die heimische Förderung von Erdgas in Deutschland zu setzen. Dank der Nähe zum Verbraucher wird nicht nur die Abhängigkeit gemindert, es entfallen auch energie- und emissionsintensive Transportwege.

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Kurze Wege fördern.

Seit Jahrzehnten fördern wir heimisches Erdgas- und Erdöl in Deutschland. Wir produzieren verbrauchsnah, mit Partnern aus der Region und haben kurze Transportwege. Damit schaffen wir regionale Wertschöpfung und schonen die Umwelt.

Kontakt:

Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG)

Schiffgraben 47
30175 Hannover
T +49 511 12172 - 0 F +49 511 12172-10


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