Erdgasreserven und Potenziale

Deutschland verfügt derzeit über etwa 125 Milliarden Kubikmeter Erdgasreserven, die als sicher oder wahrscheinlich förderbar gelten. Rein rechnerisch betrachtet würde diese Menge ausreichen, die Erdgasförderung für die kommenden elf Jahre auf dem aktuellen Niveau (etwa 12 Milliarden Kubikmeter pro Jahr) zu halten. Tatsächlich machen diese Reserven aber nur einen geringen Teil des insgesamt vorhandenen Potenzials aus. Es kommen Ressourcen dazu, die momentan noch nicht wirtschaftlich förderbar oder geologisch noch nicht exakt erfasst sind. Dazu gehören sowohl konventionelle Erdgasvorkommen als auch die erheblichen Potenziale in neuen, unkonventionellen Lagerstätten.

Die Erdgasmengen in diesen Gesteinsformationen beziffert die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) allein für die Vorkommen in konventionellen Lagerstätten, wozu auch die Lagerstätten im dichten Sandstein (Tight Gas-Lagerstätten) zählen, auf ca. 150 Milliarden Kubikmeter. Hinzu kommen die nutzbaren Vorkommen in Kohleflöz- und Schiefer-Formationen, die heute dank hochentwickelter Technologien erschlossen werden können. In Kohleflözen gelten 450 Milliarden Kubikmeter Erdgas als technisch förderbar; im Schiefergestein werden bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter gewinnbares Erdgas erwartet – eine Größenordnung, die über viele Jahrzehnte hinweg einen entscheidenden Beitrag zur deutschen Erdgasversorgung leisten kann.

Zwar steht die Erkundung der unkonventionellen Quellen in Deutschland noch relativ am Anfang und es wird voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis das tatsächliche wirtschaftliche Potenzial der Lagerstätten eingeschätzt werden kann. Fest steht jedoch, dass das enorme Potenzial zu einer stabilen und unabhängigeren Energieversorgung in Deutschland beitragen kann.

Unabhängig davon, aus welcher Art Lagerstätte das Erdgas stammt, ist es ein wichtiger Baustein im Energiemix der Zukunft. Als kohlenstoffärmster fossiler Energieträger mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Strom- und Wärmegewinnung ist Erdgas zu einer unverzichtbaren Stütze für die von der Bundesregierung geplante Energiewende geworden. Erdgas ergänzt die Einspeisung der regenerativen Energien ideal, da es äußerst flexibel auf Versorgungsschwankungen reagieren kann. Nicht zuletzt deshalb prognostizieren aktuelle Energieszenarien, dass der Anteil des Erdgases am Primärenergieverbrauch nach dem Kernenergieausstieg bedeutend ansteigen wird.

Die heimischen Erdgasquellen sind die Chance für eine umweltverträgliche, verlässliche und zugleich bezahlbare Energieversorgung. Schließlich muss jeder Kubikmeter Erdgas, der im Inland gefördert wird, nicht importiert werden. Aus diesem Grund werden die deutschen Erdgasproduzenten auch in Zukunft dazu beitragen, dass die Wertschöpfung mit allen positiven Auswirkungen auf Energiepreise, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und das technologische Know-how im Land bleiben und dass die Sicherheit der deutschen Energieversorgung in den kommenden Jahren gewährleistet ist. 

Erdgas - Reserven und Potenziale in m3

Quelle: BVEG, BGR