Reserven

Tiefpumpenantrieb ("Pferdekopf")

Die bekannten inländischen Erdgas- und Erdölreserven weisen schon seit vielen Jahren eine statistische Reichweite von etwa 15 Jahren auf. Das heißt, bei Aufrechterhaltung der Produktion in der gegenwärtigen Höhe und unter der Annahme, dass keine neuen Vorkommen mehr gefunden würden, wären sie rechnerisch am Ende dieses Zeitraums erschöpft.

In der Vergangenheit ist es aber meist gelungen, die Entnahme aus den Lagerstätten aufgrund der laufenden Förderung durch Neufunde und Neubewertungen der Lagerstätten - zumindest teilweise - auszugleichen. Technischer Fortschritt führt dazu, dass heute Lagerstätten besser genutzt und außerdem Erdgasvorkommen erschlossen werden können, die in früheren Jahren aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht erschließbar waren. Dies führt dazu, dass die wirtschaftlich nutzbaren Reserven durch technischen Fortschritt ansteigen.

Damit inländisches Erdgas und Erdöl noch über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen, muss nach weiteren Vorkommen gesucht werden. Die geologischen Chancen für neue Funde stehen vor allem beim Erdgas günstig. Nach Einschätzung der Experten kann zumindest noch einmal das gleiche Reservenvolumen wie das heute bekannte entdeckt werden. Große Hoffnungen setzten die deutschen Erdgasproduzenten in die Erschließung des sog. „Tight Gas", das sich in dichten Lagerstätten befindet. Hier bedarf es noch technischer Entwicklungen um dieses beachtliche Potenzial zu erschließen.

Ein weiterer Bereich ist die deutsche Nordsee, in der noch große Potenziale an Erdöl und Erdgas erwartet werden. Es bestehen also insgesamt gute Voraussetzungen, dass Erdgas und Erdöl aus einheimischen Feldern noch auf lange Sicht einen Beitrag zur Sicherung der deutschen Energieversorgung leisten können, auch wenn es technisch immer schwieriger wird, das aktuelle Produktionsniveau in Deutschland aufrecht zu erhalten.