Bereit für Gegenwart und Zukunft

Erdgas- und Erdölindustrie unterstreicht ihre Relevanz bei der Transformation der Energielandschaft

Der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) sieht die Erdgas- und Erdölindustrie in Deutschland gut positioniert für die Veränderungen in der klimaschutzorientierten Energielandschaft. Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Möhring stellt in der virtuellen Pressekonferenz drei Faktoren in den Vordergrund. Erstens: Erdgas und Erdöl werden noch für Jahrzehnte neben den erneuerbaren Energien gebraucht, um den hohen Energiebedarf zu decken. Zweitens: Die heimische Förderung reduziert den Bedarf an Importen und vermeidet so zusätzliche CO2-Emissionen durch den Antransport. Drittens: Das große Potenzial von Wasserstoff ist als wesentliches Element der Energie-Transformation anerkannt; Erdgas wird bei der Herstellung der erforderlichen großen Mengen an klimaneutralem Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen.

Während die Erdölproduktion in Deutschland 2020 mit 1,9 Mio. Tonnen auf konstantem Niveau verblieb (2019: 1,9 Mio. Tonnen), sank die Erdgasproduktion um knapp 16 Prozent auf nunmehr rund 5,2 Mrd. Kubikmeter (2019: 6,1 Mrd. Kubikmeter). Die Erdgasproduktion deckt damit weiterhin über fünf Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs. Neben dem natürlichen Rückgang der Produktion war vor allem eine mehrmonatige Wartungsmaßnahme an der größten deutschen Erdgasaufbereitungsanlage Ursache für die Reduktion.

Gestärkt wird die Rolle der heimischen Erdöl- und Erdgasförderung durch die Vereinbarung, die Ende März 2021 mit der niedersächsischen Landesregierung, Wasserverbänden und Sozialpartnern geschlossen wurde. Diese Vereinbarung bringt mehrjährige Diskussionen über die Aktivitäten der Förderindustrie in den bestehenden Wasserschutzgebieten zum Abschluss und „zeigt, dass wir im konstruktiven Dialog mit den Wasserversorgern und der Landesregierung zu tragfähigen Lösungen kommen, die deutlich machen, dass Trinkwasserschutz und Erdgasgewinnung nicht im Widerspruch stehen“, führt Möhring aus. „Die mit den Partnern der Vereinbarung neu geregelte langfristige Zusammenarbeit gewährleistet weiterhin hohe Standards für eine sichere und umweltverträgliche Förderung und gibt der Branche Planungssicherheit für die Zukunft. Auf Basis der Vereinbarung werden die Partner mit Fokus auf die Umweltverträglichkeit der Aktivitäten weitere Anpassungen erarbeiten. All dies mit einem klaren Bekenntnis der Landesregierung zur weiteren Erdgas- und Erdölförderung in Niedersachsen.“

Mit Blick auf die Transformation der Energielandschaft stellt der BVEG die CO2-Reduzierungspotenziale heraus, zu denen die Öl- und Gasindustrie beitragen kann. Hierzu gehört die Entwicklung von klimaneutralem blauen oder türkisen Wasserstoff auf Erdgasbasis, die Reduzierung von CO2 im Wege der Einspeicherung oder Nutzung (CCUS), aber auch die Nachnutzung bestehender Erdgas-/Erdölbohrungen für Geothermie-Projekte. Möhring macht deutlich: „Das verbleibende CO2-Budget in diesem Jahrhundert ist zu klein, um diese Potenziale aus politischen Gründen zu ignorieren.“

 

Hier finden Sie die Aufzeichnung des BVEG Jahrespressegesprächs in voller Länge: