Fördertechnik

Erdgasförderung
Zur Förderung von Erdgas wird in das verrohrte und zementierte Bohrloch ein Steigrohr eingebaut, das bis zum tiefsten Punkt der Lagerstätte reicht. Aufgrund des natürlichen Lagerstättendrucks können im allgemeinen etwa 75 % des Gasinhaltes aus dem Trägergestein gewonnen werden. Reicht der natürliche Druck nicht mehr aus, werden zwischen Sonde und Transportnetz Verdichter zur Druckerhöhung installiert. Eine Verbesserung der Förderrate lässt sich durch moderne Horizontalbohrtechnik erreichen.

Erdölförderung
Beim Erdöl wird das Bohrloch vor Aufnahme der Förderung ähnlich wie beim Erdgas durch Einbau eines Steigrohres und Perforation im Bereich der Lagerstätte ausgerüstet. In der ersten Phase fließt das Erdöl aufgrund des Lagerstättendrucks selbstständig zu den Produktionssonden. Mit dem Absinken des Drucks werden zusätzliche Techniken erforderlich. Entweder werden Tiefpumpen in das Bohrloch eingesetzt oder Hochdruckkreiselpumpen in das Bohrloch abgelassen. Nach dieser Primärförderung werden Sekundärverfahren eingesetzt, um den Lagerstättendruck wieder aufzubauen und zu erhalten. Zur Steigerung des Nutzungsgrades einer Lagerstätte kommen auch tertiäre Gewinnungsverfahren zur Anwendung.

  • Primärförderung

Aufgrund des natürlichen Lagerstättendruckes, der beispielsweise in 2.500 m Tiefe etwa 250 bar beträgt, steigt das Erdöl zu Beginn der Produktion selbstständig zu den Produktionssonden und eruptiv an die Erdoberfläche. Durch das Anbohren und die stetige Ölentnahme lässt der Druck nach einer gewissen Zeit nach, sodass immer weniger Öl selbsttätig hochsteigen kann. Je nach bestehenden Druckverhältnissen, sind dann zusätzliche Produktionstechniken erforderlich. Zu den primären Fördermethoden zählen Tiefpumpen, die in das Bohrloch eingesetzt werden. Nur der Antrieb, der so genannte Pferdekopf, ist oberirdisch sichtbar. Es werden aber auch Hochdruckkreiselpumpen benutzt, die in das Bohrloch eingesetzt werden.

  • Sekundärverfahren

Um gute Produktionsbedingungen aufrecht zu erhalten, auch wenn der Druck abfällt, wird die mit der Primärförderung entnommene Energie von außen wieder zugeführt und damit der Lagerstättendruck wieder aufgebaut. Zu den Sekundärverfahren gehören hauptsächlich das Wasserfluten und die Gasinjektion. Die gebräuchlichste Methode ist hierbei das Wasserfluten, bei dem fortlaufend Wasser in das Speichergestein eingepresst wird, um den Lagerstättendruck zu erhöhen oder aufrecht zu erhalten. Durch diese
Methode kann der Entölungsgrad gesteigert werden.

  • Tertiäre Gewinnverfahren

Die so genannten tertiären Gewinnungsverfahren ermöglichen es, den Nutzungsgrad von Erdöllagerstätten zu erhöhen. Oft ist es die Zähflüssigkeit oder Viskosität, die das Erdöl im Speichergestein zurückhält und seine Bewegung im Porenraum behindert. Durch das Einpressen von heißem Wasser und Dampf kann die Viskosität des Öls verringert und somit der Fluss erhöht werden.