Überwachung seismischer Ereignisse

Durch die Erdgasförderung kann es grundsätzlich zu geringfügigen Spannungsveränderungen im unmittelbaren Umfeld der Erdgaslagerstätte kommen, die durch den Druckabbau in Speichergesteinen entstehen. Diese Spannungsveränderungen sind sehr selten und aufgrund der tektonischen Gegebenheiten und der Struktur der Lagerstätten so schwach, dass sie kaum an der Erdoberfläche wahrnehmbar sind.

Laut einer umfassenden Studie der National Academy of Sciences (2012) gibt es weltweit nur wenige Gebiete, unter anderem das Groningen-Feld in den Niederlanden, wo die Gewinnung von Kohlenwasserstoffen aus dem Untergrund von wiederkehrender Seismizität begleitet ist. Aufgrund der enormen Größenunterschiede bei Gasinhalt, Ausdehnung, der unterschiedlichen Tiefenlage und Gesteinszusammensetzung der Lagerstätten ist das Erdgasfeld Groningen mit den Erdgasfeldern in der Norddeutschen Tiefebene jedoch nicht vergleichbar.

Um die Zusammenhänge tektonischer Ereignisse im Umfeld von Lagerstätten zu erforschen, haben die deutschen Erdgasproduzenten ein umfangreiches seismisches Überwachungsnetz installiert, das wichtige Daten wie die Lage und die Tiefe von Erschütterungsherden (Epizentrum bzw. Hypozentrum) und die für die Wahrnehmung an der Oberfläche relevante Schwinggeschwindigkeit erfasst.

Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2007 wurde das System im Jahr 2012 zur Verbesserung der Messgenauigkeit ausgebaut. Die Standorte der zehn oberirdischen Messstationen wurden optimiert und ein seismologisches Ortungsnetz mit sechs Bohrlochseismometern in 200 Metern Tiefe errichtet.