Trinkwasserschutz

Für die Förderung und Aufbereitung von Erdgas gelten in Deutschland höchste Anforderungen hinsichtlich des Gewässer- und Naturschutzes, der Sicherheit und der technischen Integrität der Anlagen. Die deutsche E&P-Industrie steht für den Einsatz und die Weiterentwicklung energieeffizienter und umweltschonender Verfahren. Denn der Schutz von Umwelt und Natur sind die Basis verantwortungsvoller Ressourcennutzung.

Die Gestaltung der Betriebsplätze unterliegt strengen Richtlinien. Beispielsweise wird der gesamte Bohrplatz undurchlässig versiegelt und mit einem umlaufenden Rinnen- und Ablaufsystem ausgestattet, so dass sämtliche anfallenden Flüssigkeiten und selbst Regen aufgefangen und fachgerecht aufbereitet oder entsorgt werden. Container oder doppelwandige Tanks nehmen alle Flüssigkeiten auf. Auch die Entsorgung des bei der Produktion anfallenden Lagerstättenwassers unterliegt strengen Umwelt- und Sicherheitsstandards und wird durch die zuständigen Behörden genehmigt und beaufsichtigt.

Gleichermaßen sind die untertägigen Aktivitäten auf den Trinkwasserschutz ausgerichtet. Vor Beginn einer Bohrung wird ein Standrohr aus massivem Stahl bis zu 70 Meter tief in den Boden eingebracht. Dieses Rohr stabilisiert die umliegenden Gesteinsschichten und dient dazu, oberflächennahe Trinkwasserhorizonte vor der späteren Bohraktivität zu schützen.

Einzementierte Stahlrohre dichten die Bohrungen ab

Durch das Standrohr hindurch wird die Bohrung mit mehreren Rohren teleskopartig nach unten vertieft. Die Zwischenräume werden mit Zement verfüllt. Dieses Verbundsystem aus mehreren einzementierten Stahlrohren dichtet die Bohrungen ab und bildet eine undurchlässige Barriere gegenüber den trinkwasserführenden Schichten und den umgebenden Gesteinsformationen.

Die Ringräume, das heißt die nicht mit Zement verfüllten Bereiche des konzentrisch verrohrten Verbundsystems, werden ständig drucküberwacht. Druckveränderungen während der Bohr- oder Förderphase werden vom Betriebspersonal registriert und bewertet. Zu Reparaturzwecken oder im Notfall kann die Bohrung über- oder untertage jederzeit abgeriegelt und damit verschlossen werden.

So wird jede Bohrung mit mehrfachen Absperrvorrichtungen, die nach unterschiedlichen Systemen arbeiten, ausgerüstet. Den oberen Abschluss der Verrohrung bildet die sogenannte Verflanschung, die aus mehreren Flanschverbindungen und Absperrschiebern besteht. In Produktionsbohrungen befindet sich etwa 30 bis 40 Meter unter der Erdoberfläche ein selbstschließendes Sicherheitsventil, das bei Störungen den Erdgaszufluss blockiert. Dieses System aus obertägigen und untertägigen Installationen sichert das Bohrloch sowohl in der Bohr- als auch in der Förderphase.