Seismisches Überwachungssystem in Norddeutschland

Der Schutz der Menschen und der Umwelt im Umfeld ihrer Betriebe sind die Basis verantwortungsvoller Ressourcennutzung. Seit Oktober 2007 betreiben die deutschen Erdgasproduzenten in der Region östlich von Bremen ein Messsystem, das der wissenschaftlichen Auswertung und Begutachtung seismischer Ereignisse dient, die in Zusammenhang mit der Erdgasgewinnung gebracht werden.

Das Überwachungsnetz wurde in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (LBEG) installiert und erfasst wichtige Daten wie die Lage und die Tiefe eines Erschütterungsherdes, seine Abstrahlcharakteristik für die Herdflächen- und Herdmechanismusbestimmung sowie die für die Wahrnehmung an der Oberfläche relevante Schwinggeschwindigkeit. 

 

Ein Netzwerk aus 51 hochsensiblen Messstationen, die sich sowohl an der Erdoberfläche als auch in Bohrlöchern von bis zu 200 Metern Tiefe befinden, zeichnet seismische Ereignisse auf. Jede Veränderung wird detailliert dokumentiert. Die Resultate können Sie unter www.seis-info.de  sowie auch unter www.bveg-maps.de einsehen.

Knapp 10.000 Quadratkilometer umfasst unser Netz seismologischer Messstationen. Die einzelnen Stationen liefern Daten zur Lage eines Erschütterungsherdes und zur Geschwindigkeit der Bodenschwingung, die angibt, was an der Oberfläche wahrgenommen wird. Die Genauigkeit dieser Daten ist uns viel wert: Rund drei Millionen Euro hat die Branche in den Aufbau des Seismischen Messsystems investiert.

Betreiber des Systems ist die DMT GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der TÜV NORD Gruppe.

Als unabhängiger Technologiedienstleister wird die DMT GmbH & Co. KG von den Bergbehörden zur Begutachtung von Fragestellungen nach dem Bundesberggesetz (BbergG) eingesetzt. Ferner ist das Unternehmen Mitglied in den Ausschüssen des Deutschen Instituts für Normung e.V. zur DIN 4150 (Erschütterungen im Bauwesen). Die Fachstelle für Erschütterungsmessungen der DMT ist eine nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) zugelassene Messstelle, unter anderem für die Erfassung und Beurteilung von Erschütterungen. Diese Fachstelle betreibt eine Vielzahl von seismischen Messnetzen im Bereich Bergbau, Geothermie sowie Erdöl- und Erdgas-Förderung.

Bei seismischen Ereignissen wird zwischen natürlichen, also tektonisch bedingten Beben und induzierten Bruchprozessen unterschieden. Die Unterscheidung dieser Prozesse ist jedoch schwierig und erfordert eine gute Datengrundlage.

Industrie finanziert unabhängige Schlichtung bei Bergschäden
Ab sofort haben vom Bergbau betroffene Bürger in Niedersachsen eine kostenlose und neutrale Anlaufstelle: die Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen.