ENERGIE UPDATE 01.10.2026

NZIA und CCS – kann die EU Investitionen in CO₂-Speicher erzwingen?

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Folge 64 des ENERGIE UPDATE Podcasts mit Dr. Ludwig Möhring.

CCUS

Der Net-Zero Industry Act (NZIA) soll den Hochlauf von Carbon Capture and Storage (CCS) in Europa beschleunigen. Dafür geht die EU einen besonderen Weg: Öl- und Gasproduzenten werden verpflichtet, bis 2030 einen Beitrag zum Aufbau von insgesamt 50 Millionen Tonnen jährlicher CO₂-Injektionskapazität zu leisten. Kann eine Investitionspflicht den Aufbau eines neuen Marktes tatsächlich beschleunigen – und wo liegen die Grenzen eines solchen Ansatzes?

Im ENERGIE UPDATE mit Dr. Ludwig Möhring diskutieren wir, warum die EU beim Aufbau von CO₂-Speichern auf eine Investitionsverpflichtung setzt und welche Fragen sich daraus für die betroffenen Unternehmen ergeben. Denn Speicherprojekte sind kein Selbstzweck: Sie erfordern eine integrierte Herangehensweise einschließlich CO₂-Abscheidung und Transportinfrastruktur.

Außerdem geht es um die vorgesehenen Pönalen, wenn Unternehmen ihre Verpflichtungen nicht rechtzeitig erfüllen. Wie können Sanktionen verhältnismäßig sein, wenn Genehmigungsverfahren, fehlende Infrastruktur oder die Frage, ob Onshore-Speicherung überhaupt möglich ist, außerhalb ihres Einflusses liegen? Und was braucht es, damit aus einer Verpflichtung zum Speicherbau am Ende tatsächlich ein funktionierender europäischer CCS-Markt entsteht?

Eine Folge über Investitionspflichten, wirtschaftliche Risiken und die Frage, wie Regulierung den Aufbau einer neuen CCS-Industrie unterstützen kann, ohne dabei die Realität des Markthochlaufs aus dem Blick zu verlieren.

Die zentralen Aussagen und Hintergründe zu NZIA, CO₂-Speichern und dem Aufbau einer europäischen CCS-Wertschöpfungskette haben wir hier kompakt zusammengefasst.

NZIA und CCS: Das Wichtigste aus der Folge

Mit dem Net-Zero Industry Act (NZIA) will die EU den Aufbau von Netto-Null-Technologien beschleunigen. Für Carbon Capture and Storage (CCS) sieht die Verordnung einen besonderen Mechanismus vor: Öl- und Gasproduzenten sollen dazu beitragen, bis 2030 europaweit eine jährliche CO₂-Injektionskapazität von 50 Millionen Tonnen aufzubauen.

Dr. Ludwig Möhring hält den Aufbau einer europäischen CCS-Infrastruktur grundsätzlich für notwendig. Kritisch sieht er jedoch, dass die Speicherentwicklung mit einer Investitionspflicht vorangetrieben wird, während bei CO₂-Abscheidung, Transportinfrastruktur, Genehmigungen und Wirtschaftlichkeit aus seiner Sicht weiterhin erhebliche Unsicherheiten bestehen. Er plädiert deshalb für eine integrierte CCS-Politik, einen realistischen Zeitplan und ein verhältnismäßiges Sanktionssystem.

Fazit

Der NZIA soll ein zentrales Problem beim Aufbau der europäischen CCS-Wertschöpfungskette lösen: CO2-Speicher sollen frühzeitig entstehen und damit auch Investitionen in CO₂-Abscheidung und Transport unterstützen. Dafür verpflichtet die EU Öl- und Gasproduzenten, einen Beitrag zum Aufbau von 50 Millionen Tonnen jährlicher CO₂-Injektionskapazität bis 2030 zu leisten.

Möhring unterstützt das Ziel eines funktionierenden CCS-Marktes, sieht in der konkreten Ausgestaltung jedoch erhebliche Risiken. Aus seiner Sicht kann der Hochlauf nur funktionieren, wenn CO₂-Abscheidung, Transport und Speicherung gemeinsam entwickelt werden und die Rahmenbedingungen insgesamt wirtschaftlich umsetzbare Projekte ermöglichen. Das ist bislang nicht der Fall, was die Festlegung von Investitionspflichten fragwürdig macht.

Seine Forderung ist deshalb eine integrierte CCS-Politik mit realistischem Zeitplan und einem Sanktionssystem, das zwischen zurechenbarer Nichterfüllung und Hindernissen außerhalb der Kontrolle eines Unternehmens unterscheidet. Andernfalls bestehe die Gefahr, den Speicherbau besonders hart zu regulieren, ohne gleichzeitig einen funktionierenden CCS-Markt zu schaffen.

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