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Umwelt und Sicherheit

Umweltschutz, die Sicherheit der Anlagen und die Gesundheit der Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Dienstleister sind für die Förder- und Speicherindustrie sehr wichtig.

Emissionen und weitere Umweltdaten

Europa und Deutschland haben sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Ein zentraler Ansatzpunkt, um diese zu erreichen, ist die Senkung der Treibhausgasemissionen. Daher steht auch die heimische Förderung von Erdöl und Erdgas im Fokus. Für die Förder- und Speicherindustrie haben Umweltschutz, die Sicherheit und die Integrität der Anlagen höchste Priorität. In diesem Kapitel wird dargestellt, welche Emissionen bei der Förderung, Aufbereitung und Speicherung im Jahr 2025 angefallen sind und wie es der Branche gelingt, ihre Emissionen kontinuierlich zu reduzieren.

Für den Klimaschutz sind vor allem die Vermeidung von CO₂-Emissionen und die Senkung von Methanemissionen entscheidend. Die heimische Förderung leistet dazu einen Beitrag: Hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards, jahrzehntelange Erfahrung, regelmäßige Wartung und Instandhaltung und kurze Transportwege ermöglichen eine umweltverträgliche Produktion in Deutschland. So werden Emissionen vermieden, die bei langen Transporten über Pipelines oder Tanker zusätzlich entstehen würden. Dadurch weist die heimische Erdgasförderung eine um bis zu 30 Prozent bessere CO₂-Bilanz auf als LNG-Importe.

Die Tabellen dieses Kapitels bieten einen Überblick über die Emissionen aus der Erdgas- und Erdölförderung sowie der Schwefelgewinnung. Der Bericht dokumentiert somit, in welchen Bereichen Emissionen entstehen und in welcher Größenordnung sie anfallen.

Emissionen aus der Erdgasförderung


absolut in t | spezifisch in t / t Erdgas20002020202320242025*
absolut in t
Kohlendioxid261.465168.848182.501181.906162.443
Methan6.963265896894
Schwefeldioxid2.7251.048452440506
Stickoxid439107928885
spezifisch in t / t Erdgas
Kohlendioxid0,016300,040960,052700,054620,04986
Methan0,000430,000060,000030,000020,00003
Schwefeldioxid0,000170,000250,000130,000130,00016
Stickoxid0,027300,000030,000030,000030,00003
* vorläufig

Emissionen aus der Schwefelgewinnung bei der Erdgasförderung


absolut in t | spezifisch in t / t Sauergas20002020202320242025*
absolut in t
Kohlendioxid1.718.374670.139502.125567.734584.498
Methan24798857861
Schwefeldioxid7.4961.324771730871
Stickoxid3141061238743
spezifisch in t / t Sauergas
Kohlendioxid0,239600,355750,328430,359760,36799
Methan0,000030,000050,000060,000050,00004
Schwefeldioxid0,001050,000700,000500,000460,00055
Stickoxid0,043800,000060,000080,000050,00003
* vorläufig

Emissionen aus der Erdölförderung


absolut in t | spezifisch in t / t Erdöl20002020202320242025*
absolut in t
Kohlendioxid285.304194.036185.049176.614152.643
Methan7568513212996
Schwefeldioxid50439930830889
Stickoxid282137153153132
spezifisch in t / t Erdöl
Kohlendioxid0,091400,101780,113100,108580,09819
Methan0,000240,000040,000080,000080,00006
Schwefeldioxid0,000160,000210,000190,000190,00006
Stickoxid0,000090,000070,000090,000090,00008
* vorläufig

Ein weiterer Bestandteil dieses Kapitels sind die Fackelmengen bei der Erdgas- und Erdölproduktion. Sie lagen 2025 insgesamt bei 17,7 Millionen Normkubikmeter. Die Übersicht zeigt, in welchem Umfang Gase aus betrieblichen oder sicherheitstechnischen Gründen abgefackelt wurden.

Fackelmengen


absolut | spezifischroutinemäßigsicherheitsrelevantnicht-routinemäßig
202520242023202520242023202520242023
absolut in 1.000 m³
Erdgasproduktion414.134477.128612.4678.943.2038.789.0128.759.5881.950.294428.8131.446.490
Erdölproduktion3.999.6103.145.6735.059.1821.946.4491.700.9491.636.509475.539444.462925.433
spezifisch
Erdgasproduktion (m³/1.000 m³)0,100,140,102,202,021,940,480,330,10
Erdölprodukt (m³/t)2,573,092,261,251,002,030,310,570,24

Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem den Methanemissionen. Die Tabellen weisen für das Jahr 2025 Methanemissionen aus der Erdöl- und Erdgasproduktion sowie aus Speichern aus. In der Erdöl- und Erdgasproduktion beliefen sie sich auf 250 Tonnen, bei den Speichern auf 708 Tonnen. Zum Vergleich: Laut dem nationalen Inventarbericht des Umweltbundesamtes beliefen sich die gesamten Methanemissionen in Deutschland über alle Sektoren hinweg (Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Energie – inklusive der Erdgas- und Erdölförderung sowie der Erdgasspeicherung – und Industrie) im Jahr 2024 (neueste verfügbare Zahlen) auf rund 1,6 Millionen Tonnen. Unterstellt man für das Jahr 2025 dieselbe Höhe der Methanemissionen, verdeutlicht dies den minimalen Anteil der Erdgas- und Erdölproduktion an den Gesamtmethanemissionen.

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Methanemissionen der berichtenden BVEG-Mitglieder aufgegliedert nach den verschieden Emissionsquellen. Zur Einordnung: Die in der zweiten Tabelle für die Erdgasspeicher ausgewiesenen Methanemissionen beziehen sich auf ein Arbeitsgasvolumen von rund 14 Milliarden Normkubikmetern. Dieses Arbeitsgasvolumen entspricht etwa 62 Prozent des gesamten deutschen Arbeitsgasvolumens im Jahr 2025. Damit macht der Bericht einen besonders klimarelevanten Bereich transparent.

Methanemissionen bei der Erdöl-/Erdgasproduktion


Erdgasproduktion | ErdölproduktionUnvollständige VerbrennungFackeltätigkeitenMethanemissionen nicht aus Verbrennungsprozessen
Erdgasproduktion8,18 t0,33 t86,92 t
Erdölproduktion57,42 t0,08 t33,12 t

Methanemissionen bei Speichern


Methanemissionen Untertage-Erdgasspeicher2025
durch Ausblasen | t585
durch unvollständige Verbrennung | t13
durch flüchtige Emissionen | t110
Anzahl berichtende Speicher21
Arbeitsgasvolumen (AGV) der berichtenden Speicher | Mrd. Nm²14
Anteil der berichtenden zu allen Speichern in Deutschland nach AGV62%
gesamt | t708

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit ist für die Förderindustrie selbstverständlich. Das zeigt sich auch in der Unfallbilanz des Jahres 2025: In der Branche ereigneten sich im Durchschnitt 1,1 Unfälle je eine Million Arbeitsstunden. Im Vergleich zu anderen Industriezweigen ist das ein niedriger Wert. Unabhängig davon gilt jedoch: Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Unternehmen arbeiten daher kontinuierlich daran, die Zahl der Arbeitsunfälle durch Schulungen, technische Vorkehrungen und organisatorische Maßnahmen weiter zu senken und nach Möglichkeit ganz zu vermeiden.

Die Unfallstatistik des BVEG erfasst das Unfallgeschehen der in Deutschland tätigen Erdöl- und Erdgasproduzenten, sowohl für deren eigene Beschäftigte als auch für alle in den Betrieben tätigen Dienstleister und Kontraktoren. Die Erfassung orientiert sich an den internationalen Standards der weltweit tätigen E&P-Industrie und schafft somit eine belastbare Grundlage für Vergleichbarkeit und Auswertung.

Die Grafik zu den meldepflichtigen Vorfällen zeigt Ereignisse, bei denen sich Mitarbeitende so schwer verletzt haben, dass sie für mehr als drei Arbeitstage arbeitsunfähig waren. Im Jahr 2025 wurden in der gesamten Branche 8 LTI-Ereignisse (Lost Time Incidents) registriert. Zusätzlich bildet die Grafik die Arbeitsunfälle bezogen auf eine Million Arbeitsstunden rollierend über zwölf Monate ab. Dabei zeigt sich, dass der LTIF (Lost Time Incident Frequency) im Verlauf des Jahres 2025 zwischen 0,71 und 1,48 schwankte.

Meldepflichtige Vorfälle


Die zweite Grafik erfasst alle Unfälle, die zu einer Einschränkung, einer ärztlichen Behandlung oder einer Arbeitsunfähigkeit führten. Diese Ereignisse werden als TRI (Total Recordable Incidents) zusammengefasst. Im Jahr 2025 wurden in der gesamten Branche 20 TRI-Ereignisse gemeldet. Auch hier werden die Arbeitsunfälle bezogen auf eine Million Arbeitsstunden rollierend über zwölf Monate dargestellt. Die TRIR (Total Recordable Incident Rate) lag im Jahresverlauf 2025 zwischen 2,12 und 3,78.

Unfälle mit Ausfallzeiten


Das Kapitel macht deutlich, dass Arbeitssicherheit in der Förderindustrie kein Nebenaspekt, sondern Teil einer verantwortungsvollen Betriebsführung ist. Die Statistik dokumentiert den Stand des Unfallgeschehens im Jahr 2025.

 

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