Nachrichten 17.09.2026
Hohe Gaspreise, leere Gasspeicher: Wo ist die Diskussion um mehr heimische Erdgasförderung?
PDFDer Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) warnt vor den Folgen der aktuell niedrigen Gasspeicherfüllstände und der erwarteten hohen Erdgaspreise im kommenden Winter.
Deutschland blickt mit tiefer Sorge auf immer weiter steigende Gaspreise und zu niedrige Füllstände der Gasspeicher. Diese Sorge ist berechtigt. Gleichzeitig wird eine naheliegende Option in der öffentlichen Debatte häufig ausgeblendet: die stärkere Nutzung heimischer Erdgasförderung.
„Warum die heimische Produktion von Erdgas nicht stärker als Resilienzfaktor in den Fokus rückt, bleibt das Geheimnis der verantwortlichen Politik; offenbar ist die Sorge vor denkbaren Diskussionen zu einer größeren Erdgasproduktion größer als die Sorge vor zu hohen Gaspreisen und Lieferengpässen“, betont Dr. Ludwig Möhring, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG).
Eine stärkere Nutzung heimischer Gasressourcen würde die Abhängigkeit von LNG-Importen verringern und damit die Resilienz des gesamten Energiesystems einschließlich Stromerzeugung erhöhen. Mehr Gas aus deutscher Förderung bedeutet mehr verfügbare Mengen im Inland, insbesondere in Zeiten hoher Nachfrage während der Wintermonate. Dadurch sinkt das Risiko von Versorgungsengpässen infolge internationaler Marktstörungen und auch die Abhängigkeit von Speicherfüllständen.
Darüber hinaus spricht auch die Klimabilanz für die heimische Förderung: Erdgas aus Deutschland kann ohne aufwendige Verflüssigung, lange Transportwege und Regasifizierung genutzt werden. Gegenüber importiertem LNG lassen sich dadurch bis zu 30% an zusätzlichen CO₂-Emissionen vermeiden. Ein in Deutschland kaum erwogener Klimaschutzaspekt.
Neben den energie- und klimapolitischen Vorteilen schafft die heimische Förderung Wertschöpfung vor Ort. Investitionen, Arbeitsplätze, Steuern und Abgaben verbleiben in Deutschland und stärken öffentliche Haushalte sowie die betroffenen Regionen. Gleichzeitig erfolgt die Förderung unter den weltweit anspruchsvollsten Umwelt- und Sicherheitsstandards.
Der BVEG fordert daher eine sachliche und ideologiefreie Diskussion über die Rolle heimischer Erdgasförderung. Angesichts volatiler Weltmärkte, hoher Energiepreise und wachsender Anforderungen an die Versorgungssicherheit sollte Deutschland vorhandene Potenziale nutzen, statt sie ungenutzt zu lassen und unnötig die stattdessen erforderlichen LNG-Importe hochzufahren.
„Mehr heimisches Erdgas bedeutet mehr Resilienz, mehr Versorgungssicherheit, zusätzliche Wertschöpfung und eine bessere Klimabilanz gegenüber LNG-Importen. Gerade in Zeiten knapper Speicher und hoher Preise ist das eine Option, die nicht länger ignoriert werden kann. Solange wir noch Erdgas in Deutschland nutzen, müssen wir auch die heimischen Potenziale nutzen“, appelliert Möhring.