Die Branche 14.10.2026

Helium: Heimische Rohstoffgewinnung für mehr Versorgungssicherheit

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Helium ist für zahlreiche industrielle und technologische Anwendungen von großer Bedeutung. Gleichzeitig deckt Deutschland seinen Bedarf bislang vollständig durch Importe. Ein Projekt in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, welchen Beitrag heimische Vorkommen künftig zur Versorgung leisten könnten.

Helium

Helium ist ein Edelgas, das auf der Erde nur in bestimmten Lagerstätten in wirtschaftlich nutzbaren Konzentrationen vorkommt. Zu seinen besonderen Eigenschaften zählen ein extrem niedriger Siedepunkt, eine geringe Dichte und eine hohe chemische Reaktionsträgheit. Eingesetzt wird es unter anderem in der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie und Spitzenelektronik, der Forschung, der Glasfasertechnologie sowie der Luft- und Raumfahrt. Für bestimmte Anwendungen ist Helium unverzichtbar.

Deutschland ist zur Deckung seines Heliumbedarfs heute vollständig auf Importe angewiesen. Zugleich konzentriert sich die weltweite Heliumproduktion auf wenige Länder. Wiederholte Verwerfungen auf den Weltmärkten haben gezeigt, wie anfällig internationale Lieferketten sein können. Eine verlässliche Heliumversorgung ist deshalb für den Industriestandort Deutschland von Bedeutung.

Heimische Rohstoffe für eine sichere Versorgung

© Shutterstock, Inc. / Ployker

Eine heimische Gewinnung kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den mit internationalen Lieferungen verbundenen Transportaufwand zu reduzieren. Gleichzeitig kann Wertschöpfung in den Regionen entstehen, in denen die Rohstoffe gewonnen werden.

Wie eine solche heimische Rohstoffgewinnung konkret aussehen kann, zeigt das Projekt „Brimir“ in Mecklenburg-Vorpommern.

Brimir: Helium aus Mecklenburg-Vorpommern

Initiiert wird das Vorhaben vom BVEG-Mitglied 45-8 Energy, das dort Helium aus heimischen Vorkommen gewinnen will.

Geplant sind eine Produktions- und Aufbereitungsanlage sowie bis zu drei Bohrungen. Die vorgesehene Bohrung soll eine Tiefe von rund 2.800 Metern erreichen. Nach der derzeitigen Projektplanung soll die erste Tiefbohrung 2027 erfolgen. Der Beginn der Heliumproduktion ist für 2028 vorgesehen.

Über die Fertigstellung des Bohrplatzes für die erste Bohrung und den Besuch des Wirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Blank berichtet der NDR.

Nach Angaben des Unternehmens sollen künftig rund 500.000 Kubikmeter Helium pro Jahr produziert werden. Das entspräche mehr als fünf Prozent des deutschen Jahresbedarfs.

Auch die Region soll wirtschaftlich von dem Projekt profitieren. Bereits in der Entwicklungsphase wurden nach Unternehmensangaben Aufträge im Umfang von mehr als 2,5 Millionen Euro an lokale und regionale Unternehmen vergeben.

Heimische Gewinnung als Teil der Rohstoffversorgung

Wenn das Projekterfolgreich umgesetzt werden, könnte künftig ein Teil des deutschen Heliumbedarfs aus heimischen Vorkommen gedeckt werden. Das Projekt Brimir zeigt damit beispielhaft, welche Rolle heimische Rohstoffgewinnung bei der Versorgung mit Helium spielen kann.