Messgebiet: Professionelles Monitoring auf 10.000 km²

Mit dem etwa 10.000 Quadratkilometer großen Messgebiet werden alle Erdgasfelder in Nordwestdeutschland überwacht.

Das Gebiet ist groß. Von Lastrup im Westen bis Holthusen im Osten, von Vorwerk im Norden bis Wölpinghausen im Süden umfasst es fast 10.000 Quadratkilometer. Hier haben wir ein Netz von seismologischen Messstationen aufgebaut, das seismischen Ereignissen im Bereich der Erdgaslagerstätten auf den Grund geht.

Aktuell erfassen 51 hochsensible Messstationen selbst die kleinste Erschütterung. Sie liefern Daten zur Lage eines Erschütterungsherdes und zur Bodenschwinggeschwindigkeit, von der abhängt, was an der Oberfläche wahrgenommen wird.

2007 im Bereich der Rotliegend-Erdgasfelder zwischen Weser und Elbe auf einer Fläche von 4.000 km2 gestartet, wurde das System 2015 wesentlich erweitert. Auch die Fördergebiete westlich der Weser werden nun rund um die Uhr überwacht.

Wir gewinnen Erschütterungsdaten an der Erdoberfläche, an den Fundamenten öffentlicher Gebäude und in Bohrlöchern von bis zu 200 Metern Tiefe. Die absolute Genauigkeit dieser Daten ist uns viel wert: rund drei Millionen Euro hat die Industrie in den Aufbau des Systems investiert.

Erweiterung des seismischen Überwachungssystems im Jahr 2015

Seismisches Ortungsnetzwerk (SON)

Mit dem unterirdischen seismischen Ortungsnetz (SON – Bohrlochmessstationen) können Epizentrum und Hypozentrum (Lage und die Tiefe) eines Erschütterungsherdes erfasst werden.

Die Seismometer befinden sich in etwa 200 Meter tiefen Bohrlöchern. Sie erfassen Erschütterungen sowie auch alle Arten von Störsignalen (Baustellen, Verkehr, Sprengungen, Gewitter, etc.) und erfüllen eine Ortungsgenauigkeit des Hypozentrums von +/- 500 Meter in horizontaler und +/- 1000 Meter in vertikaler Richtung.

Die obertägigen Installationen sind in einem Schaltschrank untergebracht. An den Standorten bleibt lediglich eine eingezäunte, gepflasterte Fläche von ca. 3x4 Meter als dauerhafter Betriebsplatz.

 

DIN 4150 Erschütterungsnetzwerk (DEN)

Mit den oberirdischen Anlagen (DEN – Oberflächenmessstationen) werden Bodenschwinggeschwindigkeiten und Erschütterungen an der Erdoberfläche gemäß DIN 4150 erfasst und bewertet.