Krebsfälle in der Samtgemeinde Bothel

Schlussfolgerung des Landkreises einseitig und irreführend.

BVEG fordert, allen Auffälligkeiten offen nachzugehen.

Die vom Landkreis Rotenburg am 27. April 2017 vorgestellten Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Untersuchungen zu gehäuften Krebsfällen in der Samtgemeinde Bothel sind aus Sicht des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) einseitig und irreführend: „Es fällt sicherlich leichter, weiterhin einen Zusammenhang mit unserer Industrie zu suchen, als alle Aspekte der Befragung ergebnisoffen zu diskutieren", so Dr. Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer des BVEG.

„Dass sich der über Jahre geäußerte Verdacht, die Förderaktivitäten seien ursächlich für die Erkrankungen, nicht bestätigt hat, war dem Landkreis nur eine Randnotiz wert. Stattdessen wird ein Zusammenhang zu vermeintlichen Bohrschlammgruben konstruiert.“ Doch daran seien erhebliche Zweifel angebracht, so Löwer. Von den angeblichen Bohrschlammgruben erweisen sich zwei als Gemeindegruben, die vor allem Haus- und Sperrmüll bis hin zu alten Reifen enthalten. Die dritte Grube liegt rund zehn Kilometer von Brockel, dem Ort mit den meisten Erkrankten, entfernt.

Deshalb fordert Löwer: „Wer wirklich ergebnisoffen die Ursachen untersuchen will, darf nicht voreilig und aus politischem Kalkül Schuldige festmachen. Wer ehrlich und im Interesse des Allgemeinwohls Ursachen analysieren will, der muss absolut offen allen Auffälligkeiten nachgehen. Dazu gehört etwa die auffällige Häufung von Verdachtsfällen aus der holzverarbeitenden Industrie, wie sie sich durch die Befragung ergeben hat.“