Jahrespressegespräch 2017

Die Deutsche Erdgas- und Erdöl-Branche schaut nach vorn und setzt auf den Neustart

BVEG-Vorsitzender Bachmann: „Nach sechs Jahren in der Warteschleife sind wir bereit, der heimischen Förderung eine neue Perspektive zu geben.“

Die vergangenen Jahre waren für die deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten überaus herausfordernd. Niedrige Öl- und Gaspreise und die Debatte über neue gesetzliche Regelungen für den Einsatz von Hydraulic Fracturing haben deutliche Spuren hinterlassen. Die heimische Erdgasproduktion ist 2016 auf 7,9 Mrd. Kubikmeter gesunken (2015: 8,6 Mrd. Kubikmeter). Noch drastischer zeigt sich der Stillstand wichtiger Projekte bei den Mitarbeiterzahlen: Allein im letzten Jahr haben mehr als 1.000 Spezialisten in der E&P-Industrie ihren Arbeitsplatz verloren.

„Nach sechs Jahren in der Warteschleife liegen Investitionen in Milliardenhöhe auf Eis. Aber es ist noch nicht zu spät. Wir haben es geschafft, diese Zeiten nicht nur zu überstehen, sondern wir haben uns weiterentwickelt und neu aufgestellt. Dazu gehört auch die Neupositionierung als BVEG und ein neues, gemeinsames Verständnis von Transparenz. Wir sind bereit, der heimischen Förderung eine neue Perspektive zu geben. Und das unter höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards weltweit“, so Martin Bachmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) anlässlich des Jahrespressegesprächs.  

Seit Mitte Februar 2017 sind die neuen gesetzlichen Regelungen nun in Kraft. Das sei wichtig, denn nach wie vor decken die traditionellen Rohstoffe Erdgas und Erdöl mehr als die Hälfte des deutschen Primärenergieverbrauchs, betont Bachmann. Die heimische Förderung ist Teil der Energiezukunft Deutschlands.

„Wir sind bereit zum Neustart, wenn auch hinter dem Safety-Car“, unterstreicht auch Florian Barsch, stellvertretender BVEG-Vorsitzender. Wir werden nun die Projekte angehen, die aufgrund des Gesetzgebungsverfahrens zurückgestellt werden mussten. Dazu werden wir die Antragsunterlagen überarbeiten und uns auf die komplexeren Genehmigungsverfahren einstellen. Und wir werden die Hausaufgaben machen, die uns der Gesetzgeber aufgegeben hat.“

Diese Aussichten sorgen für verhaltenen Optimismus. „Aber geplante Projekte werden sich erst in ein bis zwei Jahren auf die Beschäftigung auswirken. Diese Durststrecke müssen wir noch überwinden“, so Horst Christofzik, der als stellvertretender BVEG-Vorsitzender vor allem für die Dienstleister der Branche spricht.

Doch der Blick nach vorne lohnt sich. „Wo, wenn nicht hier, können die weltweit besten Verfahren weiterentwickelt werden, die zugleich Umwelt und Menschen schützen. Dafür brauchen wir ein technologiefreundliches, forschungsorientiertes Klima, das uns Sicherheit für Investitionen und Innovationen gibt“, fordert Bachmann.