Glossar

Fachbegriffe verständlich erklärt

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A

Abteufen

Das Abteufen von Bohrungen ist ein für die Erdöl- und Erdgasgewinnung unerlässlichen Tiefbohrung.

Sie unterliegt der behördlichen Genehmigung und Aufsicht.

B

Bohrungsklassifikation

Die in Deutschland übliche Bohrungsklassifikation unterscheidet Explorationsbohrungen, die der Untersuchung des Untergrundes auf wirtschaftlich förderbare Vorkommen dienen und Feldesentwicklungsbohrungen, mit denen Lagerstätten erschlossen werden. Es werden folgende Bohrungstypen unterschieden:

 

A Explorationsbohrungen

A1 Untersuchungsbohrungen dienen der geologischen Vorerkundung

A2 Basisbohrungen liefern Erkenntnisse zu Schichtfolgen in großen Teufen

A3 Aufschlussbohrungen suchen nach neuen Erdgas-/Erdölfeldern

A4 Teilfeldsuchbohrungen erkunden ein Teilfeld in einem erschlossenen, produktiven Horizont oder suchen einen neuen erdgas-/erdölführenden Horizont unterhalb oder oberhalb der Lagerstätte

A5 Wiedererschließungsbohrungen dienen der Untersuchung aufgelassener Lagerstätten, um deren erneute Erschließung mit neuen Fördermethoden zu beurteilen

 

B Feldesentwicklungsbohrungen

B1 Erweiterungsbohrungen weiten einen produzierenden Horizont im Anschluss an eine fündige Bohrung oder im Gebiet eines Erdgas-/Erdölfeldes aus

B2 Produktionsbohrungen erschließen bekannte erdgas-/erdölführende Horizonte innerhalb eines Feldes und nehmen diese in Förderung

B3 Hilfsbohrungen tragen indirekt zur Förderung von Erdgas/Erdöl bei

C

CO2-Emission

CO2-Ausstoß. CO2 steht für Kohlendioxid. Das farb- und geruchlose Gas ist natürlicher Bestandteil der Luft. Den größten CO2-Anteil produzieren wir Menschen und andere Lebewesen durch unsere Zellatmung. Ein weiterer Teil entsteht durch vollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Rohstoffe. Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist Bestandteil der aktuellen Diskussion um den Klimaschutz. Der Grund: CO2 absorbiert einen Teil der Wärmestrahlung der Sonne. Damit trägt es zum Treibhauseffekt und zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei.

Quelle: AUDI 

E

E&P-Industrie

Erdöl- und Erdgasgewinnungsbranche (Erforschung und Produktion)

Energiemix

Als Energiemix wird die Verwendung verschiedener Primärenergieformen zur gesamten Energieversorgung bezeichnet.

Erschütterungen

Durch den Druckabbau in Speichergesteinen kann es bei der Erdgasförderung grundsätzlich zu geringfügigen Spannungsveränderungen im unmittelbaren Umfeld der Erdgaslagerstätte kommen. Diese Spannungsveränderungen sind jedoch sehr selten und aufgrund der tektonischen Gegebenheiten und der Struktur der Lagerstätten so schwach, dass sie kaum an der Erdoberfläche wahrnehmbar sind. Die beobachteten oberirdischen Schwinggeschwindigkeiten liegen klar unter dem Wert, bei dem nach DIN 4150 von strukturellen Gebäudeschäden auszugehen ist.

Laut einer umfassenden Studie der National Academy of Sciences (2012) gibt es weltweit nur wenige Gebiete, unter anderem das Groningen-Feld in den Niederlanden, wo die Erdgasproduktion von wiederkehrender Seismizität begleitet ist. Aufgrund der enormen Größenunterschiede bei Gasinhalt, Ausdehnung, der unterschiedlichen Tiefenlage und Gesteinszusammensetzung der Lagerstätten ist das Erdgasfeld Groningen mit den Erdgasfeldern in der Norddeutschen Tiefebene jedoch nicht vergleichbar.

Exploration

Die zur Erkundung des Untergrundes erforderlichen reflexionsseismischen Messungen. Sie bedürfen der behördlichen Genehmigung, wobei der Umweltverträglichkeit der geplanten Maßnahmen besondere Bedeutung zukommt.

Die Anwendung gutachterlich zugelassener Verfahren unter ständiger Aufsicht der Behörden minimiert die Beeinträchtigungen während der Messungen, die nur mit einer sehr kurzzeitigen und wenig intensiven Beanspruchung der Grundflächen verbunden sind. Sollten trotz aller Sorgfalt dennoch leichtere Flur- oder Wegeschäden durch das angesetzte, zumeist leichtere Gerät auftreten, werden sie umgehend beseitigt. Darüber hinaus werden die nur ca. 12 m tiefen Bohrlöcher, in de-nen die verfahrenstechnisch erforderlichen Energiewellen erzeugt wurden, hydraulisch sicher verfüllt, so dass eine Kontamination des Grundwassers ausgeschlossen und auch insoweit keine dauerhafte Umweltbeeinträchtigung zu befürchten ist.

G

Geothermie

Geothermie (Erdwärme) ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird es. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur um etwa 3 °C pro 100 Meter Tiefe zu. Man geht davon aus, dass im Erdkern Temperaturen von etwa 5.000 - 7.000 °C erreicht werden. Diese in der Erde gespeicherte Wärme ist nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich.

Quelle: GtV Bundeverband Geothermie

GuD-Kraftwerk

Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk.

Kraftwerk, in dem die Prinzipien eines Gasturbinenkraftwerkes und eines Dampfkraftwerkes kombiniert werden.

H

Hydraulic Fracturing

Effiziente Erdgasförderung mit einem bewährten Verfahren

Erdgas ist ein Naturprodukt, das sich in unterirdischen Lagerstätten sammelt. Um das Gas zu nutzen, kommen hochentwickelte Technologien wie Hydraulic Fracturing zum Einsatz. Dieses Verfahren schafft Fließwege für Erdgas in sehr dichten Gesteinsformationen, indem das umliegende Gestein hydraulisch aufgebrochen wird. Dabei wird eine Mischung aus Wasser und Stützmittel (Sand oder Keramikkörner) und einem geringen Anteil an Zusatzstoffen unter hohem Druck ins Gestein gepumpt. Durch den Druck bilden sich kleine Risse im Gestein, die durch das Stützmittel offen gehalten werden. So kann das eingeschlossene Erdgas durch das Bohrloch an die Oberfläche strömen.

Die Technologie wird in Deutschland schon seit den 1960er Jahren zur Stimulierung konventioneller Lagerstätten und in der Tight-Gas-Förderung angewendet. Da mit dem Verfahren künftig auch der Zugang zu unkonventionellen Ressourcen in Kohleflözen und Schiefergesteinen gelingen kann, wird Hydraulic Fracturing an Relevanz gewinnen. Denn das Potenzial der Erdgasvorkommen in diesen Lagerstätten ist enorm und kann über viele Jahrzehnte zu einer stabilen und bezahlbaren Energieversorgung in Deutschland beitragen.

M

Maturität

Von Maturiät im Zusammenhang mit der Erdöl- und Erdgasförderung wird gesprochen, wenn Förderregionen seit langer Zeit genutzt werden und entsprechend gut erforscht und erschlossen sind.

P

Produktion

Für die Erdöl- und Erdgasförderung gelten in Deutschland, aber auch weltweit, umfassende gesetzliche Regelungen. Derartige Maßnahmen dürfen nur nach vorheriger Genehmigung und unter ständiger behördlicher Aufsicht durchgeführt werden, so dass auch die Einhaltung hoher Umweltschutzstandards gewährleistet ist.

Der Schutz von Boden, Wasser und Luft wird durch die Konzeption und die permanente Überwachung der Produktionsanlagen sichergestellt. So verhindern etwa versiegelte Betriebsflächen, geschlossene Drainage- und Kreislaufsysteme sowie effiziente Ölfallen, dass Öl und Abwässer bei der Förderung und Aufbereitung in das Erdreich austreten. Die Einhausung von Anlagen und andere Lärmschutzeinrichtungen minimieren die Geräuschemissionen. Mit modernster Technik ständig überwachte Pipelines gewährleisten den sicheren Transport des Erdöls und des Erdgases.

R

Rekultivierung

Nach der Nutzung für die Erdöl- und Erdgasgewinnung werden die beanspruchten Flächen rekultiviert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Hierzu gehören die sichere Verfüllung der Bohrlöcher, die vollständige Entfernung aller Betriebseinrichtungen und umfangreiche Neubepflanzungen. Boden- und Grundwasserproben geben Aufschluss darüber, ob weitergehende Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Der Rückbau bedarf der vorherigen Genehmigung der Behörden, die mit zusätzlichen Auflagen zum Schutz der Umwelt sowie hinsichtlich der Durchführung von ergänzenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verbunden werden kann.

Ressourcen

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover geht von folgenden Definitionen aus:

Reserven (bestätigte Reserven): Teil des Gesamtpotentials, der mit großer Genauigkeit erfasst wurde und mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten wirtschaftlich gewonnen werden kann.
Ressourcen: Teil des Gesamtpotentials, der entweder nachgewiesen, aber derzeit nicht wirtschaftlich gewinnbar ist, oder geologisch noch nicht genau erfasst ist.
Gesamtpotential: Die Summe aus Reserven und Ressourcen, also das verbleibende Potential, das für den zukünftigen Verbrauch zur Verfügung steht.
Neben den konventionellen Kohlenwasserstoffen beinhalten Reserven und Ressourcen die jeweiligen Anteile an nicht konventionellem Erdöl (Schweröl, Ölsand/(Schwerstöl, Ölschiefer) und Erdgas (Gashydrate, Kohle-Flözgas, dichte Speicher, Aquifere). 

S

Speicherung

Strenge Umweltschutz- und Sicherheitsbestimmungen bestehen auch für die untertägige Erdgasspeicherung, bei der Erdgas in den Porenräumen ausgeförderte Kohlenwasserstoff-Lagerstätten in speziell geeigneten geologischen Strukturen oder in künstlich geschaffenen Kavernen in Salzstöcken eingelagert wird. Hierbei werden auch bei der Salzgewinnung gesolte Kavernen später zur Speicherung von Erdöl oder Erdgas genutzt.

U

Untertage-Gasspeicher (UGS)

Underground Gas Storage (UGS)

Alle unter- und obertägigen Anlagen, die für die Speicherung und für die Entnahme und Injektion von Erdgas erforderlich sind. Natürliche oder künstlich hergestellte behälterlose Speicher in unterirdischen geologischen Formationen werden für die Speicherung von Erdgas benutzt. Mehrere unterirdische Speicherhorizonte oder Kavernen können mit einer gemeinsamen Obertageeinrichtung verbunden werden. Dieser Gesamtkomplex wird als Untertage-Gasspeicher bezeichnet.