Seismik und Explorationsbohrungen

Von der Entdeckung einer Lagerstätte bis zur Förderung des ersten Erdgases können einige Jahre vergehen. Währenddessen erforscht ein Experten-Team alle unterirdischen Gegebenheiten und plant das Projekt bis ins kleinste Detail. In die umfangreichen geowissenschaftlichen und technischen Untersuchungen fließen Informationen aus der Seismik und aus Explorationsbohrungen ein.

Mit seismischen Untersuchungen kann ein dreidimensionales Abbild des Untergrundes erstellt werden. Die so gewonnenen geologischen Daten erlauben Rückschlüsse auf mögliche Erdgasvorkommen, deren tatsächliche Existenz erst anhand einer Explorationsbohrung nachgewiesen werden kann. Die Festlegung einer konkreten Bohrlokation berücksichtigt die geologischen und örtlichen Gegebenheiten im Rahmen der technischen Möglichkeiten.

Gesteinsproben aus Explorationsbohrungen liefern wichtige Informationen über die Gesteinsstrukturen, in denen sich Erdgas befindet sowie über die Gesteinsporen und ihre Durchlässigkeit.

Um die Forschungsergebnisse zu verfeinern, werden zahlreiche Messungen im Bohrloch durchgeführt. Sie zeigen, wie sich die gasführenden Gesteinsschichten ausbreiten, welche Erdgasmengen erwartet werden und wie viel davon technisch und wirtschaftlich förderbar ist. Auf der Grundlage eines Förderprofils werden Bohrplatz, technische Ausstattung, Länge und Richtung der Produktionsbohrung geplant, mit der die Lagerstätte erschlossen und in Förderung genommen wird.

 

Ohne Bohrungen kein Erdgas 

Seit Beginn der Erdgasförderung in Deutschland wurden hier mehr als 20.000 Bohrungen niedergebracht. Die in Deutschland übliche Bohrungsklassifikation unterscheidet Explorationsbohrungen, die der Untersuchung des Untergrundes auf wirtschaftlich förderbare Vorkommen dienen und Feldesentwicklungsbohrungen, mit denen Lagerstätten erschlossen werden.