Position des BVEG zum Klimaschutzplan 2050

Für eine technologieoffene, innovative und sichere Klimapolitik 

Der BVEG als Vertreter der deutschen Erdgas-, Erdöl- und Geoenergieunternehmen unterstützt die Anstrengungen zum Klimaschutz und begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan ein Konzept für die Verwirklichung der Klimaziele vorgelegt hat.

Aus Sicht des BVEG muss ein Klimaschutzplan folgende Grundsätze beachten:

  1. Ausrichten des Klimaschutzplans am Vierklang der Nachhaltigkeit: Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Akzeptanz.
  2. Technologieoffene Ausrichtung des Klimaschutzes am Ziel der Verringerung von Treibhausgasen.
  3. Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit aller Energieträger für die Verfolgung der Klimaziele.
  4. Vermeidung einer politischen Festlegung des angestrebten Energiemix.
  5. Nutzung von Anreizsystem statt Vorschriften und Verboten.
  6. Klimaschutz als Innovationspolitik, um die Potenziale effizient zu nutzen.
  7. Nutzung des deutschen Erfindergeistes in den Unternehmen

Vor diesem Hintergrund begrüßt der BVEG, dass der beschlossene Klimaschutzplan 2050 an einigen Stellen gegenüber ersten Entwürfen verbessert worden ist. Dies betrifft

  • die stärkere Betonung der Rolle von Gas in der Industrie sowie für Mobilität und Wärme und
  • den Verzicht auf pauschale, zeitlich festgelegte Verbote (z.B. für die Installation von Gasheizungen).

Dennoch gibt es am Klimaschutzplan berechtigte Kritik. Die in der Präambel geforderte Technologieoffenheit oder EU-Regelungen wie das ETS bleiben unberücksichtigt. Außerdem vermisst der BVEG die Anerkennung des Beitrages, den die heimische Produktion von Erdgas und Erdöl für den Klimaschutz leisten kann. Dadurch lässt der Klimaschutzplan eine Realitätsorientierung vermissen.

Erdgas und Erdöl in der Klimapolitik

Beim Klimaschutz geht es im Kern um eine ambitionierte Kohlendioxid-Reduktion und nicht um den Ausstieg aus bestimmten Energieträgern oder die Subventionierung von anderen. Es geht letztlich um die Frage, wie die Reduktion von Kohlendioxid zu den geringsten möglichen volkswirtschaftlichen Kosten erreicht werden kann. Für Industrieländer wie Deutschland werden dabei auf absehbare Zeit auch die Energieträger Erdgas und Erdöl eine bedeutende Rolle spielen. Voll auf regenerative Energien zu setzen ist kurz- und mittelfristig nicht möglich.  In den Energiebedarfsstudien wird sowohl weltweit als auch für Deutschland ein Bedeutungsgewinn für Erdgas prognostiziert. Dies bestätigt auch der World Energy Outlook 2016 der Internationalen Energieagentur.

Für die Klimapolitik weist Erdgas massive Vorteile auf. Insbesondere entstehen bei der Verbrennung vergleichsweise geringe Emissionen an Klimagasen und ist somit der klimafreundlichste fossile Energieträger. Erdgas und Erdöl sind außerdem unverzichtbare Rohstoffe für die Industrie, die dort ohne Verbrennung eingesetzt werden. Dekarbonisierung bedeutet die Verringerung von Kohlenstoffemissionen und nicht die Verhinderung der Verwendung von bestimmten Rohstoffen oder Technologien.

Heimisches Erdgas und Erdöl

In Deutschland stehen noch bedeutende Potenziale für eine heimische Produktion von Erdgas und Erdöl zur Verfügung. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 9 Milliarden Kubikmeter Erdgas und 2,5 Millionen Tonnen Erdöl produziert. Damit kann der Rohstoffbedarf der deutschen Industrie an Erdgas vollständig und an Erdöl teilweise gedeckt werden.

Für die Produktion im Inland sprechen aber noch weitere, gewichtige Gründe. Mit der inländischen Produktion

  • werden Emissionen von Klimagasen vermieden, weil die Produktion verbrauchsnah erfolgt und dadurch ein großräumiger Transport entfällt,
  • werden in Deutschland Arbeitsplätze gesichert und Know-how weiterentwickelt. Davon profitiert auch der globale Klimaschutz, da die hohen deutschen Umweltstandards weiterentwickelt und für Projekte im Ausland genutzt werden können,
  • bleibt die Wertschöpfung im Land, wovon auch die öffentlichen Haushalte über Steuern und Förderabgaben profitieren.
  • werden Bodenschätze verantwortungsvoll und transparent gefördert