Fracking und Asthma?

Viele deutsche Medien überbieten sich in dieser Woche mal wieder mit Headlines zum Thema Fracking. Jetzt, da der politische Prozess in Berlin zur neuen Fracking Gesetzgebung endlich abgeschlossen ist, hat man sich in den USA nach neuen Schlagzeilen umgeschaut. 

Nachdem in den letzten Jahren die positiven Meldungen aus den USA zum Thema Schiefergas regelmäßig ignoriert wurden (Ein Erfolgsbeispiel für die Reduktion von CO2 Emissionen durch den Einsatz von Erdgas will man im stolzen Energiewendeland, mit zuletzt steigenden CO2-Emissionen, nicht lesen.), wurde jetzt eine Studie aufgegriffen, die Asthma-Erkrankungen in den Zusammenhang mit Fracking bringt.

Aber zeigt die Studie das wirklich?

Der US-Blog „Energy in depth“ hat sich intensiv mit der Studie befasst und interessante Punkte herausgearbeitet, die man hier nachlesen kann: http://energyindepth.org/marcellus/despite-provocative-headlines-new-pa-study-fails-to-link-fracking-to-asthma/

Aufschlussreich ist zum Beispiel ein Bild, welches die Autoren der Studie veröffentlicht haben.

In der folgenden Grafik sieht man das Untersuchungsgebiet mit farblicher Markierung je nach Anzahl von Asthmaerkrankungen sowie die Bohrungen in dem Gebiet als gelbe Punkte. Auffällig ist hierbei, dass in den Gebieten mit den meisten Erkrankungen kaum bis gar keine Bohrungen zu sehen sind.

Quelle: http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=2534153

 

Die Wirtschaftswoche bringt es in ihrem Artikel zu der Studie auf den Punkt (auch wenn das gewählte Bild für den Artikel das Thema verfehlt: Braunkohleabbau hat nun wirklich nichts mit Fracking zu tun):

„Die Studie ist nach Darstellung der Autoren kein Beweis, dass Fracking direkt Asthma verursacht oder verschlimmert. Sie gibt auch keinen Aufschluss darüber, ob es Asthma-Patienten mit Fracking in der Nähe schlechter geht als denjenigen, die traditionellen Fördermethoden oder anderen industriellen Aktivitäten ausgesetzt sind.“

Aber dass das zu lang für eine Headline ist, sehen wir natürlich ein.