Entscheidung über Fracking in Deutschland

Nur die traditionelle Erdgasförderung bekommt eine Perspektive – Schiefergas nicht

Löwer: „Schlechtes Signal für eine Industrienation wie Deutschland“

Der Deutsche Bundesrat hat sich in seiner heutigen Sitzung mit dem Regelungspaket Fracking befasst und dem Beschluss des Bundestages vom 24. Juni 2016 zugestimmt. Für die deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten ist dies eine wichtige Entscheidung, mit der die langjährige politische Debatte ein Ende findet. Gleichzeitig sind damit aber viele Verbote und Einschränkungen verbunden.

„Die traditionelle Erdgasförderung hat mit der Verabschiedung des Gesetzes wieder eine Perspektive in Deutschland. Die neuen Regularien für die konventionellen Projekte tragen wir im Sinne von Umweltschutz und Akzeptanz mit. Das Verbot der unkonventionellen Erdgasförderung und die Einschränkungen für Forschungsprojekte sind dagegen nicht nachvollziehbar“, so Dr. Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG), zum Gesetzespaket.

Löwer kritisiert: „Durch die restriktive Position zum Schiefergas wird die Erforschung unkonventioneller Lagerstätten in Deutschland nahezu unmöglich. Es ist bedauerlich, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Expertise in dieser Debatte so wenig Gewicht erhalten. Das ist ein schlechtes Signal für eine Industrienation wie Deutschland, die von Innovationen lebt.“

Mehr als fünf Jahre wurde über den gesetzlichen Rahmen diskutiert, doch anstatt damit einen klaren Weg aufzuzeigen, wie neue Lagerstätten erforscht und erkundet werden können, blockiert die Politik weiterhin. Dabei könnten die Voraussetzungen für einen verlässlichen, umweltverträglichen und bezahlbaren Energiemix mit heimischem Erdgas kaum besser sein: Eine etablierte Industrie mit mehr als 60 Jahren Erfahrung steht bereit, die enormen vorhandenen Potenziale zu erschließen.